Leylines

Leylines

Genre: Dice Placement • Handel
Autor: Daryl Andrews, Wolfgang Kramer
Illustrator: Damien Mammoliti, Daniel Lieske
Spieleverlag: Arcane Wonders / Mirakulus
Empfohlenes Alter: 10
Spieldauer: 60-90 Minuten

Leylines   16.02.2026 von Born2bewild

Die deutsche Version von Leylines wurde auf der Spieleschmiede als eine Art Neuauflage des Klassikers Auf Achse gehandelt. Wieviel da dran ist, können wir mangels Spielerfahrung mit dem Klassiker leider nicht beurteilen. Doch das Setting spricht uns zumindest etwas mehr an. Da die deutsche Fassung zwar finanziert wurde, aber erst im März erscheint, haben wir uns die englische Originalfassung von Arkane Wonders angesehen. Das Kernelement des Spiels ist es, Ressourcen zu sammeln, Aufträge zu ersteigern und zu erfüllen, um damit Geld zu sammeln. Ob dieses Spielprinzip dabei auch Punkte bei uns einsammeln konnte, erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Spielmaterial und Aufbau

 

Leylines ist sehr plastikhaltig. Das gilt nicht nur im negativen Sinne für die Verpackung und Ummantelung der Karten, sondern auch für die sehr schön und süß gestalteten Spielfiguren aus Acryl. Die Karten sind anfangs in drei eingeschweißte Stapel aufgeteilt. Alles hat (noch!) seinen Platz. Die Würfel zum Würfeln und die kleinen Holzwürfel, die die Ressourcen darstellen, sind in wiederverschließbaren Zipp-Beuteln eingepackt. Die Spielfiguren sind doppelt verpackt, also alle in einem Beutel und jede Figur für sich wiederum in einem Beutel und jede Figur und jeder Fuß ist mit einer Schutzfolie versehen. In dem Fall ist das aber weniger als Vorwurf zu sehen, da Acryl nunmal empfindlich ist. Neben den sechs Charaktertableaus, die in einer Papierbanderole sicher verstaut sind, gibt es noch weiteres Material aus Karton. Hierzu gehören die Münzen, der Startspielermarker und die Märkte, die sich allesamt in einem Stanzbogen befinden. Für die Ressourcen gibt es noch einen Stoffbeutel. Anfangs wirkte das Inlay für uns noch sehr durchdacht und ein Bonus. Allerdings stellte sich beim Einräumen dann heraus, dass man hier leider nicht zu Ende gedacht hatte. Denn nachdem alles ausgepöppelt ist, haben wir das Spielmaterial zwar geradeso untergebracht, aber nicht sonderlich praktisch. Irgendwas blieb leider immer übrig. Das Inlay hat schlicht und ergreifend ein Fach zu wenig für eine sinnvolle Sortierung. Dafür ist das Artwork aber sehr gelungen und der runde, ausklappbare Spielplan ist stimmig gestaltet.

 

Als erstes legt Ihr den Spielplan in die Tischmitte und füllt alle Holzwürfel in den Ressourcenbeutel. Die Marktplättchen legt Ihr zufällig in die Aussparungen des Spielplans und verteilt jeweils drei Holzwürfel aus dem Ressourcenbeutel auf jedem Buchstabenfeld. Außerdem kommt auf jedes Hub-Feld jeweils ein Würfel. Die Goldmünzen legt Ihr als Vorrat bereit und den Rundenmarker stellt Ihr auf das Feld mit der Eins in der Mitte des Spielplans. Die Karten sortiert Ihr anhand Ihrer Rückseiten. Alle Stapel werden für sich gemischt. Von den Gegenstandskarten deckt Ihr, entsprechend der Spieleranzahl Karten auf und legt sie neben dem Spielplan samt Nachziehstapel aus. Neben dem Nachziehstapel der Auftragskarten deckt Ihr vier auf und von den Waldfreunde-Karten zwei. Die Nachtkarten bleiben vorerst als verdeckter Stapel neben dem Spielplan liegen. Dann sucht Ihr euch jeweils ein Charaktertableau aus. Dieses entscheidet nur über Eure Farbe und Spielfigur, es gibt (in der Basisvariante) keine speziellen Fertigkeiten. Außerdem nehmt Ihr Euch noch fünf Würfel und zehn Gold sowie von jedem der drei Stapel mit den Startaufträgen jeweils einen Startauftrag und legt ihn offen neben Euer Tableau. Von den übrigen Würfel erhaltet Ihr noch eine der Spielerzahl entsprechende Anzahl und legt sie als Vorrat bereit. Die Person, die zuletzt in einem Wald war, erhält den Startspielermarker und beginnt das Spiel…

 

Ziel des Spiels

 

Bei Leylines entscheiden die Würfel darüber, wie weit Ihr durch den Wald schlendern dürft. Dabei sammelt Ihr Ressourcen, mit denen Ihr auf den Marktfeldern Aufträge erfüllt und dafür Münzen erhaltet. Von diesen könnt Ihr Euch wiederum neue Aufträge auf den Hub-Feldern ersteigern, bevor das Spiel dann nach der vierten Runde endet. Dann gewinnt die Person mit den meisten Münzen.

 

Die Anleitung

 

Wie eingangs erwähnt haben wir die englische Version des Spiels von Awaken Realms unter die Lupe genommen. Die englische Anleitung umfasst sechzehn Seiten, von denen sieben den Spielablauf beschreiben. Die übrigen Seiten erklären die Karten im Detail sowie den Spielaufbau. Insgesamt ist sie gut strukturiert und enthält viele Bilder und Erklärungen zur Veranschaulichung. Farblich ist sie auch passend zum Spielmaterial, sehr stimmig und bunt gestaltet.

 

Ständig auf … Leylines unterwegs…

 

Leylines wird in vier Runden gespielt, die sich jeweils in die Tag- und Nachtphase aufteilen. Die Tagphase ist Eure aktive Phase. In der ersten Runde stellt Ihr Eure Spielfigur auf eines der Marktfelder, die Eure Start-Aufträge zeigen. Dann geht Ihr in die eigentliche Tagphase über: Ihr nehmt alle Eure Würfel, würfelt und legt sie neben Eurem Tableau bereit. Anschließend führt Ihr reihum die folgenden Schritte durch:

 

  • Aktionen planen
  • Bewegen
  • Ressourcen aufnehmen

 

Nun solltet Ihr überlegen wie Ihr Eure Würfel einsetzt und so Eure Aktionen planen. Ihr nehmt einen Würfel und legt Ihn auf eines eurer vier Bewegungsfelder auf dem Tableau. Dann dürft Ihr Euch maximal um die Anzahl an Feldern bewegen, die der eingesetzte Würfel anzeigt. Allerdings könnt Ihr diese Aktion auch durch die zwei besonderen Slots („Quick Slots“) Eures Tableaus mit dem Einsatz eines weiteren Würfels beeinflussen. Hier könnt Ihr entweder die beiden Würfelergebnisse addieren, um weiter zu laufen oder beim Ressourcen aufnehmen mehr Ressourcen einzusammeln. Im letzten Schritt nehmt Ihr normalerweise nur einen Ressourcenwürfel Eures Zielfeldes. Setzt Ihr in das Zusatzfeld ebenfalls einen Würfel, so dürft Ihr entscheiden, ob Ihr alle Würfel vom Start- oder Zielfeld oder von beiden Feldern aufnehmen wollt. Berücksichtigt dabei aber unbedingt, dass Euer Tableau nur Platz für sechs Ressourcen bietet. Alle übrigen Ressourcen müsst Ihr auf Eurem Feld wieder ablegen.

 

Neben den Buchstabenfeldern, die Euch nur Ressourcen liefern, gibt es noch zwei weitere Feldtypen, die zusätzliche Aktionen auslösen. Auf dem sogenannten Hub erhaltet Ihr als erstes wie gewohnt eine Ressource von diesem Feld. Anschließend dürft Ihr über Ressourcenwürfel Gegenstände kaufen. Habt Ihr das erledigt, folgt zwangsweise die Auktionsphase. In dieser wählt die aktive Person einen offen ausliegenden Auftrag und startet so eine Art Auktion. Dabei muss die nächste Person im Uhrzeigersinn entweder ein Gebot abgeben oder passen, gefolgt von der nächsten, bis wieder die aktive Person an der Reihe wäre. Diese muss nun entscheiden, ob sie das höchste Gebot bezahlt oder passt. Bezahlt sie den Preis, bekommt sie den Auftrag und die Person mit dem höchsten Gebot darf sich als Ausgleich einen der Waldfreunde aussuchen. Man muss allerdings ein Gold auf den nicht gewählten Waldfreund legen. Entscheidet sich die aktive Person zu passen, ist die Verteilung des Waldfreundes und Auftrags umgekehrt.

 

Weniger spektakulär sind die Märkte. Hier könnt Ihr keine Ressourcen sammeln, allerdings Eure Aufträge erfüllen. Auf Euren Auftragskarten sind immer die gewünschten Ressourcen abgebildet. Habt Ihr sie zusammen, müsst Ihr zu einem der aufgedruckten Märkte reisen und dort die Ressourcen in den Beutel zurücklegen, um den Auftrag zu erfüllen. Für einen Auftrag erhaltet Ihr jeweils die aufgedruckten Goldmünzen, bei zwei oder drei gleichzeitig erfüllten Aufträgen erhaltet Ihr jeweils noch einen Bonus dazu. Außerdem deckt Ihr für jeden erfüllten Auftrag eine Nachtkarte auf. Sie werden in der Nachtphase benötigt.

 

Nachdem eine Person Ihren Zug beendet hat, folgt die nächste im Uhrzeigersinn. So lange, bis alle Würfel eingesetzt haben oder keine Würfel mehr einsetzen können. Ist das der Fall, erhält die Person ein Gold für jeden ungenutzten Würfel. (WOT – das haben wir aber nicht gemacht, oder?) Dann folgt die Nachtphase. Ihr zieht nun für jeden Buchstaben auf einer Nachtkarte jeweils drei Ressourcenwürfel aus dem Beutel und legt sie auf das Buchstabenfeld. Anschließend zieht Ihr der Rundenzahl entsprechend noch weitere Nachtkarten und legt auf die so aufgedeckten Buchstabenfelder noch jeweils zwei Ressourcenwürfel. Einen weiteren Würfel legt Ihr abschließend auf alle noch freien Buchstabenfelder. Die Nachtkarten legt Ihr beiseite und auf jeden der vier Hubs noch jeweils einen Ressourcenwürfel. Solltet Ihr in der Tagphase Eure Gegenstände umgedreht haben, so dürft Ihr sie nun wieder aufdecken. Der Startspielermarker wird im Uhrzeiger weitergegeben und der Rundenmarker ebenfalls ein Feld weitergesetzt.

 

Nach der vierten Runde endet das Spiel. Dann erhaltet Ihr noch für Ressourcen, die sich mitsamt dazu passenden unvollständigen Aufträgen in Eurem Besitz befinden, jeweils ein Gold. Für je drei Ressourcen, die Ihr keinem Auftrag zuordnen könnt, erhaltet Ihr ebenfalls ein Gold. Abschließend bekommt Ihr noch - je nach gekaufter Anzahl an Gegenständen - weiteres Gold. Nun ermittelt Ihr die Person mit dem meisten Gold, diese gewinnt das Spiel.

 

Bildergalerie von Leylines (10 Bilder)

Lieferumfang

  • 1 Startkristall
  • 96 Ressourcenwürfel
  • 36 Würfel
  • 133 Goldmünzen
  • 1 Spielplan
  • 1 Rundenmarker
  • 1 Stoffbeutel
  • 6 Spielertableaus
  • 6 Marktplättchen
  • 42 Auftragskarten
  • 28 Waldfreundekarten
  • 18 Startaufträge
  • 30 Nachtkarten
  • 36 Gegenstandskarrten
  • 6 Charakteraufsteller aus Acryl


Cover & Bilder © Cover: Arcane Wonders / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Leider kann ich die Ähnlichkeit zu Auf Achse nur bedingt beurteilen. Ich habe die Anleitung mal überflogen und, ja es gibt - abgesehen vom Autor - definitiv einige Gemeinsamkeiten. Auch das Reisen durch den Wald mit dem Sammeln von Ressourcen hat schon seine Parallelen zur Logistik. Nun aber zurück zu Leylines: Das Spiel an sich hat relativ einfache Regeln: Würfeln, Würfel einsetzen, Laufen, Sammeln. Sobald man genug gesammelt hat, erfüllt man seine Aufträge. Davon natürlich am besten möglichst viele auf einmal. Damit das aber möglichst effizient gelingt, braucht man Gegenstände, die man wiederum für Ressourcen in den Hubs kaufen kann. Damit die Aufträge dann nicht ausgehen, muss man sein Gold wiederum geschickt einsetzen, um neue Aufträge zu ersteigern. Es gibt also einiges, was man bei seinen Zügen bedenken muss und die man voraussehen sollte. Das Spiel ist kompetitiv, aber in unserer Dreier-Runde sind wir uns abgesehen von den Auktionen kaum in die Quere gekommen. Natürlich kann man noch etwas mehr taktieren und versuchen den anderen Ressourcen vor der Nase wegzuschnappen, aber das ist aufgrund der Vielzahl von Feldern und Zugmöglichkeiten schwierig. Alles in allem macht das Spiel Spaß (außer unserem Großen). Durch die Würfel und Verteilung der Ressourcen enthält es aber auch einen großen Zufallsfaktor. Ein Pluspunkt sind definitiv die Figuren, denn sie sind einfach süß und liebevoll gestaltet. Aber: Das Inlay ist der Teufel… Erst dachten wir: Cool, ein liebevoll gestaltetes Inlay. Doch beim Einpacken stellte sich heraus: Irgendwas fehlt… und Platz wäre eigentlich da! Man hätte dem Ganzen noch einen Platz für den Ressourcenbeutel spendieren sollen, damit das Ganze gut wieder eingepackt werden kann. So endete die Partie in einer Puzzleorgie. Am Ende würde ich dem Ganzen eine 7-8/10 geben. Ein solides Spiel, das eigentlich eine 8 verdient hätte, aber durch das Inlay etwas frustet.


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