Symbiose

Symbiose

Genre: Kartenspiel
Autor: Jérémy Partinico, Christelle Partinico
Illustrator: Baptiste Perez
Spieleverlag: Subverti, Pegasus
Empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 15 bis 20 Minuten

Symbiose   03.03.2026 von 2-PL4Y3R5

Symbiose erschien in der Spielreihe „Einfach! Schnell! Clever!“ von Pegasus Spiele. Es ist eines dieser Spiele, bei denen jeder Spieler verdeckte Karten vor sich ausliegen hat und sie im Spielverlauf allmählich aufdeckt, austauscht und umsortiert. Welche Karten und wie diese am Ende der Partie ausliegen, bestimmt dann, wie viele Siegpunkte man geschafft hat. Natürlich gibt es auch ein paar Besonderheiten, die Symbiose von anderen Spielen dieser Kategorie abheben. Ob diese Besonderheiten unserer Meinung nach einen Kauf rechtfertigen, das verraten wir euch hier.

 

Das Material und die Vorbereitung

 

Symbiose kommt mit extragroßen Karten daher (79 x 120 mm), obwohl diese gar nicht viele kleine Informationen zeigen. Dennoch ist das besonders praktisch, denn man kann so alle Karten der Mitspieler im Blick behalten, auch wenn man am anderen Ende des Tisches sitzt. Und das kann durchaus hilfreich bei taktischen Entscheidungen sein. Auch toll: In der winzigen Schachtel gab es sogar noch Platz für einen Wertungsblock, der bei anderen kleinen Kartenspielen häufig fehlt.

 

Kurz zum Kartenaufbau: Jede Karte zeigt oben groß ein Tier (Libelle, Fisch, Schnecke oder Frosch) vor einer Farbe, welche eine Jahreszeit darstellen soll (Frühling: pink; Sommer: grün; Herbst: orange; Winter: blau). Wer die Farben nicht auseinanderhalten kann, der konzentriert sich einfach auf die Ränder der Farbflächen, welche unterschiedliche Formen passend zu den Jahreszeiten haben: Blüte, Blatt, Ahornblatt und Schneeflocke. Das untere Drittel einer jeden Karte zeigt, wofür sie genau Punkte gibt: entweder einen fixen Wert oder einen variablen Wert, abhängig von der Anzahl z. B. pinker Karten oder Karten mit Fröschen.

 

Schauen wir uns nun den Spielaufbau an: Alle Karten werden verdeckt gemischt. Dann erhält jeder Spieler 8 Karten, die er in zwei Reihen zu je 4 Karten verdeckt vor sich auslegt. So bildet jeder Spieler seinen eigenen „Teich“. Zusätzlich kommen 4 Karten offen in die Mitte der Spielfläche, die den „Fluss“ bilden. Achtung: Im Spiel zu zweit wird der Fluss um 4 weitere verdeckte Karten ergänzt. Zuletzt decken alle Spieler eine beliebige Karte ihres Teichs auf. Nun geht es los.

 

Das Spielziel

 

In Symbiose geht es darum, wer am Ende des Spiels die meisten Siegpunkte vor sich ausliegen hat. Der Clou dabei ist: Wenn eine Karte eine variable Punktzahl gibt, bezieht sich diese nicht immer auf die eigene Auslage. Die zwei Karten links im eigenen Teich beziehen sich auf die gesamte Auslage des linken Nachbarn, die zwei Karten rechts im eigenen Teich beziehen sich auf die Auslage des rechten Nachbarn, und nur die vier Karten im Zentrum des eigenen Teichs beziehen sich auf die eigene Auslage. Man muss also ständig im Blick behalten, was in den benachbarten Teichen so passiert.

Im Spiel zu zweit fungiert der Fluss gleichzeitig als Teich eines fiktiven dritten Spielers, der bei der Wertung der eigenen Teiche relevant sein wird!

 

Der Spielablauf

 

Symbiose wird über insgesamt 7 Runden gespielt, in denen alle Spieler im Uhrzeigersinn genau einen Spielzug ausführen. Unabhängig vom gewählten Spielzug wird jeder Spieler nach seinem Zug eine zuvor verdeckte Karte offengelegt haben. Am Spielende, nach Runde 7, werden dann alle acht Karten offenliegen, sodass die Endwertung stattfinden kann.

 

Ist man am Zug, wählt man zuerst eine Karte aus dem Fluss, die man in seinen Teich aufnehmen möchte. Das kann eine offene Karte aus dem Fluss sein oder – in der 2-Spieler-Variante – auch eine verdeckte Karte. Wählt man eine verdeckte Karte, so darf man sich diese zuerst anschauen.

 

Im zweiten Schritt entscheidet man sich, welche Karte aus dem eigenen Teich man durch die gewählte Karte aus dem Fluss ersetzen möchte. Hier gilt es einiges zu beachten: Je nachdem, ob eine variable Wertung der neuen Karte besser zum eigenen Teich oder zu den Teichen der Nachbarn passt, sollte sie eine Karte rechts, zentral oder links im Teich ersetzen. Man kann sowohl eine offene als auch eine verdeckte Karte in seinem Teich ersetzen. Wählt man eine offene Karte, so muss man danach eine andere, noch verdeckte Karte seines Teichs offenlegen.

 

Zu guter Letzt wandert die Karte, die zuvor im eigenen Teich lag, offen in den Fluss. So gibt es einen stetigen Austausch zwischen dem Fluss und den Teichen der Spieler. Auch im 2-Spieler-Spiel werden die verdeckten Karten des Flusses allmählich aufgedeckt. Sollten in der 2-Personen-Variante am Spielende noch verdeckte Karten im Fluss liegen, werden diese vor der Wertung aufgedeckt.

 

Nach der siebten Runde – sobald alle acht Karten aufgedeckt sind – hilft der Wertungsblock dabei, die Punkte für alle acht Karten im eigenen Teich zusammenzuzählen. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt. Ihr fragt euch, woher der Titel Symbiose kommt? Bei Gleichstand sei die perfekte Symbiose gelungen – einen Tiebreaker gibt es nicht.

 

Bildergalerie von Symbiose (7 Bilder)

Spielmaterial

 

  • 36 Karten
  • 1 Wertungsblock
  • 1 Anleitung


Cover & Bilder © Cover: Pegasus Spiele GmbH / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de


Das Fazit von: 2-PL4Y3R5

2-PL4Y3R5

Spielspaß/Spielgefühl: Wir mögen schnell gespielte Kartenspiele für zwischendurch oder auch mal als Absacker nach einem längeren Spieleabend, an dem ansonsten nur größere „Brecher“ auf den Tisch kamen. Wir haben auch schon einige ähnliche Spiele gespielt: Skyjo, Cabo, Arschmallows und wie sie nicht alle heißen. Viele fanden wir richtig gut, einige weniger.

Wie unterscheidet sich hier Symbiose? Es ist nicht leicht, das klar herauszuarbeiten, aber gefühlt ist Symbiose etwas weniger konfrontativ, dafür aber dynamischer als andere Spiele dieser Kategorie. Ein Beispiel: Hat man zu früh gut Punkte gemacht, weil der linke Nachbar Libellen sammelt, so wird dieser die Libellen vielleicht einfach austauschen – und schon muss man wiederum seine eigene Siegpunktestrategie anpassen. Man sucht also nicht nur nach „der einen Karte“, mit der man gewinnt, sondern muss stetig die eigene Kartenauslage an die sich verändernde Situation anpassen.

 

Balancing/Glücksfaktor: Möchte man strategisch spielen, sollte man unbedingt schauen, welche Karten bereits bei anderen Spielern aufgedeckt sind, und auch die unterschiedlichen Häufigkeiten der Farben und Symbole berücksichtigen. So kommen die Farbe Pink und die Libelle jeweils 12-mal vor, während der Frosch und die Farbe Blau nur auf jeweils 6 Karten zu finden sind. Eine Übersicht dazu findet man in der Regel. Beachtet werden muss allerdings auch, dass sich gerade bei weniger Spielern nicht alle Karten im Spiel befinden.

Ansonsten bleibt Symbiose als klassisches Kartenspiel natürlich vom Glück beeinflusst. Im Spielverlauf kann man zudem ein wenig „Push-your-Luck“ betreiben oder eher auf Nummer sicher gehen. Was man zum Beispiel versuchen könnte, wenn man eine gute Karte hat, die an der falschen Stelle liegt: Sie zurück in den „Fluss“ legen und hoffen, dass sie in der nächsten Runde noch dort liegt, um sie an einer anderen Stelle zurück in den eigenen „Teich“ zu platzieren. No Risk, no Fun! Aber man sollte besser nicht zu offensichtlich spielen.

 

Komplexität/Regeln: Die Regel ist in 5 Minuten gelesen, das Spiel in 2 Minuten erklärt. Man kann also in jeder Runde quasi sofort losspielen. Es handelt sich um ein klassisches Kartenspiel der Komplexitätsstufe Familienspiel.

 

Spielerinteraktion/Spieleranzahl: Die Spielerinteraktion in Symbiose fühlt sich ganz anders an als in anderen Kartenspielen dieser Art. Während man in anderen Spielen Karten häufig direkt zwischen Spielern tauschen oder klauen kann, ist dies in Symbiose gar nicht möglich. Was man hat, kann einem nicht weggenommen werden – man kann es nur selbst „zurücklegen“. Auf der anderen Seite sammelt man Karten in seiner Auslage, die Punkte basierend auf der Auslage der Nachbarn geben. Sehen die Nachbarn eine zu gute Kombi bei mir, können sie einfach ihre eigene Auslage anpassen und schon ist meine Auslage faktisch weniger wert. Und prompt muss ich selbst meine Planung ändern, sofern noch ausreichend Spielzüge vorhanden sind. Manchmal kann es also sicherer sein, fixe Punkte an den Rand des eigenen Teichs zu spielen, denn diese kann der Sitznachbar nicht mehr beeinflussen. Symbiose funktioniert mit jeder Spieleranzahl erstaunlich gut. Im 2-Personen-Spiel gibt es eine kleine Anpassung, sodass der Fluss ebenfalls mit acht Karten bestückt wird und bei der Endwertung als „dritter Teich“ fungiert. Das hat das Duell unglaublich spannend gemacht.

 

Spieldauer: Auf der Spielschachtel steht 15–20 Minuten. Wir brauchen zu zweit im Duell-Modus in der Regel knapp 10–15 Minuten. Da alle Spieler im Uhrzeigersinn Züge ausführen und eine Partie immer über sieben Runden geht, steigt die Spieldauer mit der Spieleranzahl. Länger als 20–25 Minuten wird eine Partie aber auf keinen Fall dauern.

 

Wiederspielbarkeit: Schnell erklärt, schnell gespielt und funktioniert mit allen Spielerzahlen gleichermaßen gut. Spielt man zu viert, gibt es sogar eine Team-Variante (2 gegen 2), die man ausprobieren kann. Das Einzige, was uns etwas negativ stimmte, ist das mit nur 36 Karten doch relativ kleine Kartendeck und das Fehlen von „besonderen“ Karten mit Spezialeffekten, wie man sie von anderen Genrevertretern kennt. Dadurch könnte es etwas an Langzeitmotivation mangeln. Der Spielverlauf ist insgesamt eher repetitiv. Spielspaß und Motivation ergeben sich stattdessen durch die Dynamik und den ständigen Abgleich mit den Teichen der Mitspieler. Das ist zumindest für uns neu gewesen und wird selbst bei Kennern dieses Genres für einige überraschend spaßige Spielrunden sorgen.


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