Christmas Bloody Christmas

Christmas Bloody Christmas

Originaltitel: Christmas Bloody Christmas
Genre: Horror • Splatter
Regie: Joe Begos
Hauptdarsteller: Riley Dandy • Sam Delich
Laufzeit: DVD (83 Min) • BD (87 Min)
Label: Capelight Pictures
FSK 18

Christmas Bloody Christmas   16.12.2022 von MarS

Grindhouse-Optik, deftige Musik, zahlreiche Genrezitate, und dazu reichlich roter Lebenssaft, das sind die Markenzeichen des Filmemachers Joe Begos. Nach Filmen wie Bliss und VFW - Veterans of Foreign War präsentiert uns Begos nun mit Christmas Bloody Christmas seinen ganz eigenen, wenig besinnlichen Weihnachtsfilm...

 

Inhalt

 

Die Plattenladenbesitzerin Tori (Riley Dandy) hat mit der besinnlichen Zeit des Jahres nicht viel am Hut, und so hat sie sich an Heiligabend nichts anderes vorgenommen, als sich per Tinder-Date einen Mann für eine Nacht zu angeln. Zugunsten einer Sauftour mit ihrem Mitarbeiter Robbie (Sam Delich) lässt Tori das geplante Date schließlich doch sausen, und widmet sich deshalb lieber dem ein oder anderen Shot in ihrer Stammkneipe. Während sich Tori und Robbie die Lichter ausschießen, und sich dabei in allerlei Diskussionen über Musik, Filme und das Leben selbst stürzen, erwacht in einem nahegelegenen Spielwarenladen plötzlich ein Weihnachtsmann-Roboter (Abraham Benrubi) zum Leben, dem die Sicherungen durchgebrannt sind. Kurzerhand greift Robo-Santa auf seinen militärischen Chip-Satz zu, und beginnt gnadenlos seine blutigen Geschenke zu verteilen...

 

Irgendwie hat es sich - nicht erst in den letzten Jahren - eingebürgert, dass es pünktlich zur Weihnachtszeit den ein oder anderen nicht ganz so besinnlichen Film zu sehen gibt, in dem Santa die Sau rauslassen darf. Dementsprechend freudig ist die Erwartung der Genre-Fans, was sich wohl im aktuellen Kalender für ein Film verstecken mag. Dieses Mal kommt der obligatorische Weihnachtsbeitrag allerdings aus der Hand von Joe Begos, und das deutet unweigerlich ein herrlich böses Splatter-Fest an. Ein Splatter-Fest bietet Christmas Bloody Christmas dann tatsächlich, und sogar eines, das durchaus unterhaltsam ausgefallen ist. Dass die Handlung selbst hier allerdings zugunsten von Gore und Style komplett belanglos bleibt, das steht wieder auf einem anderen Blatt, ebenso wie die Tatsache, dass sich Begos deutlich zu viel Zeit nimmt, bevor sein Terminator-Santa wirklich auf die Kacke hauen darf. Wobei man nicht sagen kann, dass der lange Einstieg, der eigentlich nur aus einem endlosen Dialog zwischen Hauptdarstellerin Riley Dandy und ihrem Filmpartner Sam Delich besteht, nicht einen ganz eigenen Unterhaltungswert hätte. Dieser beschränkt sich jedoch vor allem auf Zuschauer, die selbst Interesse an Filmen und Musik haben, und damit die unzähligen Seitenhiebe und Querverweise mit einem wohligen Lächeln belohnen können, während die beiden zentralen Figuren auf ihrer nächtlichen Sauftour zusehends immer betrunkener werden - und auf die von Anfang an unausweichliche Annäherung hinarbeiten. Das macht durchaus Spaß, und funktioniert vor allem dank der sympathischen und charismatischen (und gutaussehenden) Riley Dandy recht gut, noch dazu da ihre Darbietung tatsächlich sehr natürlich und authentisch wirkt - was für einen günstig produzierten Splatter-Film tatsächlich eine echte Überraschung ist.

 

Richtig los geht es für Christmas Bloody Christmas dann - mit einer kleinen Ausnahme aus der Santa-Ego-Perspektive vorab - erst nach knapp 45 Minuten, wobei sich sowohl Santas Bodycount wie auch die abgefahrenen Ideen Begos in der zweiten Filmhälfte von Minute zu Minute exponentiell steigern. Handgemachte Splatter-Effekte lassen das Fan-Herz hier zweifellos begeistert in der Brust hüpfen, während der Leichenberg stetig anwächst, bis das Ganze in einem Finale gipfelt, das schließlich wirklich mehr als deutlich an den guten alten Terminator erinnert. Eigentlich ist Christmas Bloody Christmas also ein echter Party-Knaller, der mit zunehmendem Alkoholpegel in geselliger Zuschauergruppe am meisten Spaß bereitet - würde er sich selbst nicht ganz so ernst nehmen, denn obwohl das Potential dafür reichlich vorhanden wäre, verzichtet Begos leider darauf, den Humor im Film ebenso ausarten zu lassen wie die Gewalt. Gewöhnungsbedürftig ist zudem der Look des Films, der zwar ganz in der Tradition von Begos bisherigen Werken steht, durch den extremen Einsatz von Farbspielereien und den ausgeprägt schmutzigen Grindhouse-Stil aber einfach alles andere als angenehm für die Augen ist. 

 

Bildergalerie von Christmas Bloody Christmas (6 Bilder)

Details der Blu-ray

 

In Anbetracht des von Joe Begos gewählten visuellen Stils stellt sich direkt die Frage, ob eine Blu-ray - oder gar 4K UHD - hier tatsächlich nötig gewesen wären - wirklich scharf oder detailliert ist das Bild der Blu-ray nämlich zu keinem Zeitpunkt, und auch das extrem ausgeprägte Korn, das stetige Bildrauschen sowie die insgesamt sehr dunkle Darstellung verhindern auch nur im Ansatz echtes HD-Feeling. Der Ton erledigt da seinen Job schon deutlich besser. Die deutsche Synchronfassung ist unerwartet gelungen, und die Sprachausgabe erfolgt stets gut verständlich, wenn auch recht zentral angesiedelt. Effekte und sonstige Geräusche werden ansprechend im Raum verteilt, und der Subwoofer wird ebenfalls gelegentlich mit eingebunden. Insgesamt hätte etwas mehr Druck und Dynamik allerdings nicht geschadet.



Cover & Bilder © capelight pictures OHG


Das Fazit von: MarS

MarS

Ein Kultfilm wird Christmas Bloody Christmas sicherlich nicht, als weihnachtlicher Party-Spaß funktioniert Joe Begos´ neuester Streich aber allemal - vor allem dann, wenn man versucht, in bierseliger Runde den Pegel der Figuren im Film zu halten. Dann übersieht man auch leichter die kaum vorhandene Story, und erfreut sich noch mehr an den Splattereffekten und den herrlichen Dialogen. Etwas Potential lässt Christmas Bloody Christmas zwar auf der Strecke liegen, insgesamt ist das Ganze aber immer noch ein gelungener, kurzweiliger Weihnachts-Splatter mit ordentlichem Unterhaltungswert.


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